Poesie der leisen Töne

Gedichte kann ich mir nicht einfach ausdenken und dann aufschreiben. Ich muss sie (er)fühlen. Zeile für Zeile. Es genügt ein kurzer Moment, der mich in seiner Stille berührt - ein Rotkehlchen im Apfelbaum, eine Feder am Strand oder eine eingängige kleine Melodie. 

Unzählige solcher Momente warten auf all jene, die sich den Blick für die unscheinbaren Dingen bewahrt haben. Eine kleine Auswahl an auf diese Weise entstandenen Gedichten habe ich hier für Sie mitgebracht. 

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Lesegenuss.

 

Weitere Gedichte warten auf Sie in meinem Ende März 2025 veröffentlichten Gedichtband

»Poesie der leisen Töne - Zeitgetragen«.

Gedicht des Monats

Memoria

Ich seh’ ein Bild und bin sofort

an einem weit entfernten Ort.

Sehnsucht nach vergang’ner Zeit,

Gedanken, die von heut’ so weit

entfernt und doch ganz nah bei mir.

Seh’ dein Gesicht.

Wünsch’, du wärst hier.

 

Ich hör’ ein Lied, treib’ meilenweit

in jene fast vergessene Zeit.

In der der Sommer endlos war,

himmelblau und sonnenklar,

die Tage traumleicht wie der Wind.

Hör’ dieses Lied.

Bin wieder Kind. 

Pulsschlag des Meeres

Atme ein den Meeresduft,

das Murmeln der Wellen im Ohr.

Schließe die Augen und stelle mir dich

im sanften Abendlicht vor.

 

Nehme gewahr den leichten Wind,

Berührungen auf meiner Haut.

Spüre ein Streicheln, als würdest du zart

liebkosen mich so vertraut.
 

Koste von der Erinnerung

an Küsse, die wir uns geschenkt.

Lausche dem Pulsschlag 

der Wogen und hör’,

wie dein Herz an meines denkt.

 

Löse mich auf mit dem Gefühl

von Wärme und Liebe in mir.

Endlos wie Himmel und Wasser um mich

ist meine Sehnsucht nach dir.

 

Leise dringt in meinen Traum

dein Flüstern von irgendwoher.

Öffne die Augen, du lächelst mich an.

Bin mit dir - hier - am Meer.

Tagträumerin

Die Welt verliert an Farbe,

doch ich bleib’, wie ich bin.

Selbst bis zum bitteren Ende.

Bleib’ Tagträumerin.

 

Träum’ mich zu bunten Wiesen

und in den Garten von Monet.

Beseelt vom Licht des Farbspiels,

das ich im Tagtraum seh’.

 

Tanz unter van Goghs Sternen,

ihr Anblick mich betört.

Dreh’ mich zum Klang der Farben,

den ich im Traum gehört.
 

Ich tunk’ die Welt in Farbe,

wie von den Zweien geführt.

Verzückt vom Farbenzauber,

der jedes Herz berührt.

 

Und wenn mein Tagtraum endet,

blick’ ich zum Horizont,

dem, pinselstrichdurchzogen,

Hoffnung innewohnt.

Zauber der Zeit

Hier, umgeben von Hügelweiten,

über deren Wellen

Wolken gleiten,

wo Wechselspiele

aus Licht und Farben

Sonnenschatten

über die Landschaft tragen,

wo verwunschene Orte

die Ruhe begrüßen

und sich mit Stillstand

den Zauber der Zeit versüßen,

hier finde ich mein Seelenglück,

hier lasse ich

immer wieder

mein Herz zurück.

Hier, inmitten dieser Hügelweiten

heute und morgen

und bis in alle Ewigkeiten.

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